zeitstrudel

für heute hatte ich mir vorgenommen, für michael und für mathias jeweils eine zusammenstellung der bilder aus 2016 vorzunehmen – den halben tag lang habe ich bilder an die beiden geschickt von meinem eifohn aus und bin natürlich in eine achterbahnartige zeitreise geraten und mußte bei jedem bild, das ich angeschaut habe, eine schnelle entscheidung treffen – jetzt habe ich schon weit über tausend bilder rausgeschmissen (und das sind alles erinnerungen) …

… dann hat mir mein emailprogramm auf dem schoßcomputer eine warnmeldung gegeben, daß – wie sich herausstellte – michaels postfach voll sei und einige nachrichten nicht übermittelt werden konnten. mitten in der arbeit muß ich jetzt herausfinden, welche bilder bei wem angekommen sind  … ich konnte also mit der auswahl nicht ohne weiteres fortfahren. ich wurde ganz kribbelig und es traf sich gut, daß mich enoch angerufen hat. mit ihm die neuigkeiten auszutauschen, hat mich schön auf den boden der gegenwart zurückgeholt. er hat jetzt in vielfacher ausführung seinen antrag für seine studien in japan eingereicht – ich freue mich nämlich auch schon auf seinen japanaufenthalt … (ich werde da ja wahrscheinlich nicht mehr hinkommen).

nach unserem gespräch habe ich mir erstmal was zu essen gemacht und einen neuen bildband von dieter rams angeschaut mit dem titel „so wenig design wie möglich“ …

dann habe ich wenigstens mit dem löschen weitergemacht und war wieder voll im strudel, aus dem mich dann dieser anblick auf meinem schreibtisch herausgeholt hat:




ich habe mir vorgestellt, wie winzig klein ich in diesem modell wäre. die zeit stand still und die proportionen übertrugen sich so anschaulich, daß die essenz des omnibusfahrens ganz klar gegenwärtig wurde. 

09.12.2016 - 02:10

zwischenspiele

heute habe ich den tag seltsam intermittierend verbracht: nach dem frühstück habe ich auf meinem sofa weiter in „the devil at large“ gelesen. erica jong war ganz jung, als sie schlagartig mit „angst vorm fliegen“ weltberühmt wurde, aber eben auch berüchtigt, weil sie eine frau war. jetzt ist sie 73 und immer noch ein archetypus stolzer weiblichkeit. eine amazone mit goldenem gürtel.  die lektüre ist jedenfalls prickelnd erhellend. ich bin schon in der mitte des buches …




… dann hat mich – einfach mal so zwischendurch am hellichten tag – sofia angerufen und uns kurzgeschlossen. das hat mich sehr schön in schwung gebracht und ich habe angefangen, meine gigabildermassen aus diesem jahr durchzusehen und schon mindestens 500 bilder gelöscht auf nimmerwiedersehen.




dann wieder zwischen die bücher – jetzt habe ich fast alle ausgepackt. und während der ganzen zeit in diesen räumen habe ich nach & nach alles, was ich irgendwo einräumen konnte, auch wirklich eingeräumt, so daß sich eine menge leere kisten angesammelt haben.

zum krönenden finale habe ich noch alles, was ich in den keller schaffen konnte, in einigen läufen runtergetragen, um das chaos in dem hinteren raum zu lichten & auszudünnen.

ich staune, was ich bei einem so lokkeren umgang mit der zeit alles geschafft habe und trachte, diesen stil zu kultivieren …



07.12.2016 - 01:50

tohuwabohu

das ist die kehrseite des lassens – da bin ich heute ein gutes stück weiter gekommen – das chaos lichtet sich allmählich – ich will mir einen überblick verschaffen über meine vielen bücher und ein system entwickeln, wie ich die hier intelligent unterbringe. für einen bücherwurm ist das ja eine schöne aufgabe  … also sortiere ich erst mal und baue gebirge aus stapeln – die bücher, die mir wichtig sind, will ich immer in reich- & sichtweite haben …




das ist ein vertrackter tanz, den ich hier aufführe. macht laune.  immer wieder finde ich unverhofft schätze, die erst einmal gemütlich begutachtet werden wollen … dann kommt das lassen wieder ins spiel und ich gehe in die kuschelecke. dort habe ich ein buch angefangen, das erica jong über henry miller geschrieben hat: „the devil at large“. als sie in den frühen siebzigern ihren ersten roman „fear of flying“ veröffentlicht hatte, der in die kunstwelt einschlug wie die junge nina hagen, hat henry miller ihr begeisterte & ermutigende briefe geschrieben. sie hat ihn in californien besucht und die beiden sind bis zu seinem tod freunde geblieben. der altersunterschied der beiden ist in etwa der zwischen sofia & mir – und mit sofia habe ich die höchste bandbreite. volltreffer!




das mit dem tohuwabohu, das hat keine eile – ich hab schon viele bücher um mich rum …

immer schön lokker lassen.


06.12.2016 - 01:59

so, also:

da bin ich wieder, in meinen neuen räumlichkeiten. gestern nacht hatte ich richtig lust, hier weiter zu schreiben und mich mal wieder zu melden …

… und landete in einem digitalen desaster, weil ich bestimmte dinge mit dem neuen eifohn zum ersten mal gemacht habe: ich erntete lauter krüpptische fehlermeldungen & abrupte programmabstürze – mit knapper not konnte ich noch einen hilferuf an jonathan absetzen, der mich schon oft aus solchen patschen gerettet hat.

… dann war es drei uhr morgens und ich hatte die konfiguration noch immer nicht am laufen. 




das ist meine neue kuschel- & leseecke. da übe ich mich gerade im lassen. und da habe ich auch heute mit jonathan  digital ausklamüsert, wie ich die ganze sache zum laufen kriege, was dann dazu führte, daß ich nebenbei auch noch ein paar andere kleinigkeiten bereinigen konnte.




ich fühle mich hier sehr wohl und räume mich mit wonne ein. die küche und das wohnzimmer habe ich mir schon mit tausend kleinen interventionen voll anverwandelt.

und wie gesagt: ich übe lassen!

mir wird dieses mal sehr deutlich, daß ich mich an dieser scharfen grenze (vom omnibus in den winter & vom winter in den omnibus) jedes mal umstülpe und daß es sich lohnt, diesem übergang größte aufmerksamkeit zu widmen.  ich beobachte zum beispiel, daß ich aus bescheuerten moralischen gründen nicht untätig sein kann. wenn ich unterwegs bin, stellt sich die frage nicht, weil ich die ganze zeit „im einsatz“ bin … aber jetzt: wieso kann ich nicht einfach mal ne halbe stunde auf den riesigen goldenen punkt schauen, der über meinem bett hängt?




da pendele ich mich gerade in einem inter-essanten balanceakt zwischen machen & lassen ein …

als krönchen hier noch ein bild aus den letzten herbsttagen:



05.12.2016 - 02:24

noch mal


okay, jetzt hat es hingehauen …

04.12.2016 - 16:24

und jetzt ein bild

mit dem klappts noch immer nicht – ich habe ein bildschirmfoto von der fehlermeldung gemacht – schicke ich separat …

04.12.2016 - 16:18

test

erst mal text

04.12.2016 - 16:15

endspiel

ich kann es kaum glauben – heute war der letzte alltag. die beiden letzten städtchen waren allerliebst und obwohl die äußeren umstände widerlich waren, können wir mit dem ergebnis durchaus zufrieden sein. die band ist hochkarätig.  mitfühlend und allseits bemüht, das zusammenleben so leicht & freilassend zu gestalten, daß sich immer wieder sehr angeregte inseln bilden in raum & zeit. inter-essant ist auch, daß annelinde & markus ein künstlerinnengespann sind und in oxford ganz praktisch mit menschen arbeiten. wir können vergleichende untersuchungen anstellen. 

und ich kann nur staunen, wie gut gelaunt gabriele diesen unglaublichen härtetest durchgestanden hat. das waren jetzt vier vollgepackte wochen.




um fünf sind wir von alsfeld im dunkeln & regen hundertdreißig kilometer über die autobahn zum schloß freudenberg gefahren, wo wir dank den staus um frankfurt herum gegen acht eingetroffen sind. joachim hat uns freundlich empfangen und mit allem versorgt …




und ich konnte endlich mal wieder ausgiebig den großen gong spielen und habe entdeckt, daß sich das kuschelige wollene jackett, das ich mir in kempen am niederrhein mit sofia als gutachterin gekauft habe, wunderbar eignet, wenn ich den gong direkt mit dem körper spiele: die über die fäuste gezogenen ärmel ergeben die idealen schlegel.



11.11.2016 - 01:03